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Es
gibt „so ganz bestimmte Sachen“, die halt nicht mit Jedem gehen!
Und mit Jeder leider auch nicht: Diese ehrwürdige Wahrheit kann jede
Frau bestätigen, die mit ´nem C mal tanzen war. Mit dem C5! Mit dem
C3! Oder eben auch mit mir:
Ich
hab nämlich Entenfüße; bin total musik-behindert; kann keinen
Mango von einem Walzer unterscheiden; und komm dann vor Aufregung
auch noch derart schweisshändig rüber, dass ich schon lang vor der
ersten verstolperten Drehung zum besten Beweis der oben
angesprochenen These mutiere. Die Folge: Ein ONS! Ein schnelles Ohne
Nicken Servus! Passt halt nicht – und wiedersehen!
Ähnliche
- äh – Inkompatibilitäten sieht man täglich in der Halle,
selbst bei schönsten Kletterpärchen. Da hängt der eine in der
Höhe, mit angsterweichten Schlotterknien und fleht um „PAUSE!“
immer wieder. Und? Wie reagiert der Partner unten? Gar nicht!
Sondern: Pennt. Bohrt mit der Bremshand in der Nase; spielt mit der
andern Fli-Fla-Flu. Welch ein Grauen, so ein Anblick! Oder anders:
Welch ein Segen, wenn man davon nie was mitkriegt. Weil man einen
sich seiner Verantwortung bewußten Partner unten stehen hat, mit dem
halt dann so schöne Sachen wie das Klettern erst ihr Potential
entfalten. Und uns dieses „High“ bescheren, diesen
glücksbesoffenen Rausch des Friedens, der dem Leben einen Sinn gibt,
obwohl das Klettern doch als solches letztlich völlig nutzlos ist.
(Noch nutzloser als Walzertanzen). Tja – und dieses komplett
sinnlose Tun ist nun zweifelsohne in der Lage, uns in Zustände „wie
im Rausch“ zu versetzen: Wunderbare Glücksgefühle sind das, die
man täglich haben möchte (= craving), so dass sich manche(r) fragen
dürfte, ob man „klettersüchtig“ werden kann?
Dieser
interessanten Frage versucht die Gehirnforschung nun mit einem
Erklärungs-Modell entgegen zu kommen, das das menschliche Tun &
Handeln in Abhängigkeit von der hormonellen Ausrichtung – um nicht
zu sagen: Bedürftigkeit – des Agierenden zu deuten versucht. Dabei
werden 4 charakteristische Typen unterschieden:
Gerührt oder geschüttelt? Völlig egal! Hauptsache dieses Zeug kommt aus ner
Drüse gesprudelt:
Dopamin. Serotonin. Morphin. Oder Adrenalin.
- Der
Adrenalin-Junkie. Sucht den kurzen, schnellen Kick. Kann den
Zustand der Befriedigung selten länger halten.
- Der
Dopamin-Typ. Braucht eine längerfristige Herausforderung.
Empfindet die Genugtuung nicht auf dem Gipfel. Sondern beim zähen
Ringen mit sich selbst auf dem Weg dorthin.
- Der
Serotonin-Typ: Fühlt sich glücklich, wenn er etwas hinter sich
gebracht hat. Genießt es danach ganz besonders, mit sich und der
Welt im Reinen zu sein.
- Der
Morphinist: Produziert vermehrt körpereigene Opiate. Diese
sorgen dafür, dass alles Negative unterwegs – Schmerzen, Kälte,
Entbehrungen usw. – zeitweise ausgeschaltet werden kann.
„Quälerei“ ist somit keine Strafe mehr.*
Statistisch
gesehen am stärksten vertreten dürfte der polytoxe Typ sein,
der sich je nach Situation und Herausforderung mit dem
entsprechenden, körpereigenen Drogencocktail selbstversorgen kann.
Als wahre Meister dieser Kunstform des Legalen Dopings werden derzeit
u.a. die beiden Franzosen Laurent Fabre und Yann Gachet verehrt, die
– wie wenn sie Flüüüügel gehabt hätten – mal eben an nur
einem Tag (20:28 Std.) über die komplette Haute Route (=
normalerweise 7 Tages-Etappen) hinweg gejagt sind!
Wie
schön, dass uns zwischen solch unnachahmlichen Leistungen immer auch
mal wieder eine Nachricht erreicht, in der sich jede(r) von uns
sogleich wiedererkennt. So gestand der erst 16jährige Klettergott
Adam Ondra z.B. unlängst vor Zeugen, dass er keinen einzigen
einarmigen Klimmzug vormachen könnt. Diese (sympathische) Schwäche
wiederum mag der Grund dafür gewesen sein, warum er zur Bewältigung
von „Golpe de Estado“ dann auch 29 Versuche gebraucht hat. (Naja,
ok, war aber auch ´ne Zwölfminus!)
XII-!
Mit 16! Kein richtig großes Wunder also, dass Reinhold Messner eben
diesen Adam Ondra und im selben Atemzug Chris Sharma als die zwei
„Helden von Heute“ bezeichnet. Das klingt super. Das ist fein.
Imponiert uns aber wenig. Denn die wirklich Großen sind die „Helden
der Halle“. Und so jemand wird halt nur, wer nen C zum Tanz
auffordert.
Hals-
und Beinbruch!
Euer
C1
*vgl. DAV, Panorama, Juni 2010, S. 75
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